Artikel getaged ‘Bauerdick’
6. Dezember, 2009
Wie die Madonna auf den Mond kam
Das Vorurteil, Fotografen seien ausschließlich Menschen des Bildes und würden mit dem Wort auf dem Kriegsfuß stehen, existiert schon lange. Zwar hat es immer schon Fotografen wie den Geo- und stern-Autor Rainer Joedecke gegeben, der auf hohem Niveau geschrieben und fotografiert hat, aber das Vorurteil hält sich bis heute.
Jetzt hat mein Kollege Rolf Bauerdick wieder einmal eindrucksvoll nachgewiesen, dass sich nicht auschliesst, dass ein Mensch des Bildes auch der des Wortes sein kann.
Als Fotograf und Journalist kennen ihn viele in der Branche schon lange. Er hat zahlreiche eindrucksvolle Reportagen fotografiert und geschrieben. Dabei haben es ihm gerade die Sozialreportagen angetan und er hat für seine Arbeit schon den einen und anderen Journalistenpreis gewonnen. Eingeladen haben wir ihn deswegen auch für die Podiumsdiskussion während des Lumix Festivals für jungen Fotojournalismus im Jahre 2008, wo er mit der Brigitte-Bildredakteurin Sonja Streit, dem Sozialfotografen Jürgen Escher und stern-Fotochef Andreas Trampe über »Sozialreportagen – brotlose Kunst für Sozialromantiker?« diskutierte.
Jetzt hat Rolf Bauerdick mit seinem Debütroman »Wie die Madonna auf den Mond kam«, erschienen bei DVA, einen internationalen Erfolg errungen und wird bereits als neuer Stern am Literaturhimmel gehandelt. Gleich in acht Länder wurde das Buch auf der Frankfurter Buchmesse verkauft und die Medien überschlagen sich mit positiver Kritik. »Mit Bauerdick, so viel scheint sicher, hat die deutsche Literatur eine neue, kraftvolle Stimme – und vor allem eine ungewöhnliche«, schrieb etwa Jobst-Ulrich Brand in FOCUS.

Hier ein Ausschnitt des Presssetextes:
»Schick ihn zur Hölle, vernichte ihn.« Als der fünfzehnjährige Pavel das Foto des neuen Parteiskretärs an die Wand des Klassenzimmers nageln will, flüstert ihm seine Lehrerin Angela Barbulesco diesen Satz zu. Es ist der Morgen des 6. November 1957, der Sputnik piept im All, und mit diesem ungeheuerlichen Auftrag steht die Welt im Karpatendorf Bala Luna plötzlich kopf. Des Nachts verschwindet die Lehrerin spurlos, dann findet man den greisen Dorfpfarrer mit durchschnittener Kehle im Pfarrhaus, das Ewige Licht in der Kirche erlischt, und aus der Kapelle auf dem Mondberg wird die Madonna geraubt. Die Ereignisse überschlagen sich in dem einst so verschlafenen Dorf – rasant und mit großer Lust am Fabulieren erzählt Rolf Bauerdick in seinem Debüt »Wie die Madonna auf den Mond kam« von Pavels Anstrengungen, das Geheimnis der Lehrerin zu lüften. Was hat der gutaussehende Parteisekretär der traurigen Trinkerin Barbulescu angetan? Und wie hängen all diese mysteriösen Geschehnisse zusammen?
